Evangelische Kirchengemeinde Bauschheim


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Pfarrer

„Glaube ist wieder gefragt“
Artikel aus dem Rüsselsheimer Echo vom 30.05.2007

Ellen Schneider-Oelkers tritt am 16. August Pfarrstelle in evangelischer Kirche an „Ohne feste Vorgaben oder fertiges Programm“ – Erfahrungen mit „Kinderkirche“

Erstmals in ihrer Geschichte wird die evangelische Kirchengemeinde in Bauschheim künftig von einer Pfarrerin seelsorgerisch betreut. Wie kurz berichtet, hat sich der Kirchenvorstand für die Theologin Ellen Schneider-Oelkers entschieden, die im Sommer in das Bauschheimer Pfarrhaus an der Brunnenstraße einziehen wird. Am 16. August tritt sie ihre neue Arbeitsstelle an, die offizielle Amtseinführung wird Dekan Kurt Hohmann im September vornehmen.

Gegenwärtig ist Ellen Schneider-Oelkers Pfarrerin in der Evangelischen Kirchengemeinde Büdingen. Die Gemeinde mit ländlichem Charakter – mit Rapsfeldern, Spargelanbau und Streuobstwiesen – sei aber keineswegs eine Landgemeinde nach herkömmlichem Muster, unterstreicht die Pfarrerin. Mit vierzehn Nationen und in der Randzone von Vogelsberg und Wetterau gelegen seien hier die Problemstellungen sicherlich etwas anders gelagert als im Ballungsraum Rhein-Main, aber über die Inhalte religiöser Fragen werde ähnlich diskutiert. Sie freue sich auf den bevorstehenden Ortswechsel, sagt Schneider-Oelkers, zu deren Gemeinde in Bauschheim 1900 Mitglieder zählen.

Ihre Ausbildung hat die neue Bauschheimer Pfarrerin in Tübingen und Heidelberg absolviert. Ein Spezialvikariat am Religionspädagogischen Amt in Mainz schloss sich an, anschließend war sie neun Jahre lang als Pfarrerin in Kirtorf bei Alsfeld tätig. Vor fünf Jahren wechselte sie nach Büdingen. Schneider-Oelkers ist 44 Jahre alt und mit einem Pfarrer verheiratet. Auslöser für ihre Hinwendung zum Studienfach evangelische Theologie war die Begegnung mit einem Religionslehrer, der sich als junger Pfarrer im Kirchenkampf gegen den Nationalsozialismus engagiert hatte und der Bekennenden Kirche nahe stand.

Die junge Theologin, die sich auch für bildende Kunst interessiert und in ihrer Freizeit gerne Krimis liest, sieht ihre Aufgabe vorrangig in einer begleitenden Funktion. Menschen, hat sie erfahren, benötigen den Glauben „wie ein Geländer zum Festhalten“. Der Bedarf hierzu und zur seelsorgerlichen Begleitung werde von den Menschen auch in der heutigen Zeit erwartet, insbesondere in sogenannten Schwellen-Situationen: Wenn jemand krank wird, wenn der Gedanke an den Tod näher kommt, aber auch, wenn sich zwei Menschen entschließen, ihr Leben gemeinsam zu führen oder wenn aus einem Paar durch die Geburt eines Kindes ein Elternpaar wird.

„Glaube ist wieder gefragt“, weiß Schneider-Oelkers aus ihrer täglichen Gemeindearbeit. Als Pfarrerin unterliegt sie der Schweigepflicht, sie will zuhören und den Menschen das Gefühl des Angenommenseins geben. Dass in Rüsselsheim als einem Mittelzentrum mit über hundert Nationen und im Stadtteil Bauschheim mit Neubaugebieten und vielen Neubürgern die Arbeit anders aussehen wird als in Büdingen, darauf hat sie sich bereits eingestellt und sie sieht dies als eine besondere Herausforderung an. Besondere Erfahrungen aus der „Kinderkirche“, aus der Arbeit mit Konfirmanden und der Alten-Seelsorge will sie in die neue Position einbringen.

„Alles muss und soll in Absprache mit dem Kirchenvorstand geschehen“, unterstreicht Schneider-Oelkers, die in ihrem neuen Wirkungsbereich „ohne feste Vorgaben oder gar ein fertiges Programm“ antreten will. Sie freut sich auf die neue Aufgabe in einer von insgesamt zwanzig zum Evangelischen Dekanat Rüsselsheim zählenden Kirchengemeinden.


Mail: ev.kirchengemeinde.bauschheim@ekhn-net.de

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